Soviel Presse war nie in so kurzer Zeit

Beinahe täglich kommt ein großer Bericht zum Thema "Abriss des Theaters - ja oder nicht". Halten wir mal einfach mal die Links fest:

Konzertsaal und Theater: Gebäude vor dem Abriss (Neu-Ulmer Zeitung, 29. November 2011)

Neu-Ulmer Konzertsaal droht Abbruch (Südwest Presse, 30. November 2011)

KOMMENTAR · KONZERTSAAL: Atemberaubender Wandel (Südwest Presse, 30. November 2011)

Bürgerinitiative pro Konzertsaal? (Südwest Presse, 01. Dezember 2011)

Beate Merk will Konzertsaal erhalten (Neu-Ulmer Zeitung, 02. Dezember 2011)

Ganzseitiges Konzertsaal-Portrait  (Neu-Ulmer Zeitung, 03. Dezember 2011)

Konzertsaal: Neubau oder Teilsanierung? (Südwest Presse, 06. Dezember 2011)

KOMMENTAR · KONZERTSAAL: Städtische Daumenschrauben (SüdwestPresse, 06. Dezember 2011)

Theater will in Neu-Ulm bleiben (Neu-Ulmer Zeitung, 07. Dezember 2011)

Das Programm für das "1. Neu-Ulm PocketKlassiker-Festival" steht.

"Klassisches ohne Zopf und Bart - 1. Neu-Ulmer Pocket-Klassiker Festival".

Eine absurde Idee? Einstein hat gesagt: "Wenn eine Idee am Anfang nicht absurd klingt, dann gibt es keine Hoffnung für sie." Unsere Hoffnung:

Große Werke werden von kleinen Ensembles einem breiten Publikum nahegebracht.

Übersicht über den Stand der Dinge (Dezember 2011) in Sachen Programm:


Datum Ort Titel Akteur(e)
Do 15. 03 Oldtimerfabrik Classic Opening-Fest Hubert Burghardt; Vorspiel auf dem Theater (Goethe): OB Gerold Norenberg (angefragt) AuGuSTheater Neu-Ulm, Heinz Koch, Siyou ‘n Hell;
Fr 16. 03. Oldtimerfabrik Classic Der Widerspenstigen Zähmung Bernd Lafrenz
Sa 17. 03. AuGuSTheater "Willis wilde Weiber" AuGuSTheater Neu-Ulm
So 18. 03. AuGuSTheater

"fast Faust"

AuGuSTheater Neu-Ulm
Mo 19. 03. off-Tag XXXXXXXXXXX XXXXXXXXXXXX
Di 20. 03. AuGuSTheater "Der zerbrochne Krug" Bridge Markland
Mi 21. 03. Orange-Hotel Die Räuber oder so Bernd Kohlhepp
Do 22. 03. Barfüßer "Hamlet 4 You s’ensemble-Theater
Fr 23. 03. AuGuSTheater "Orpheus in der Unterwelt" Michael Quast, Rhodri Britton (Klavier) …
Sa 24. 03. Settele Event  “Fasst Faust Karl-Heinz Helmschrot
So 25. 03. AuGuSTheater Abschluss des Pocket-Klassiker Festivals AuGuSTheater Neu-Ulm, Preisträger, Laudatorin: Dr. Beate Merk (angefragt)  Preissponsor, Musik: Ariane Müller (angefragt)

….

Künstler wie „Helge & das Udo“, Stefan „Kaminski on air“, Uli Böttcher oder auch Justus Neumann zeigten sich von der Idee sehr angetan und wären gern gekommen, wenn sie in dem geplanten Zeitraum nicht schon anderweitig gebunden gewesen wären.

Verdamp lang her

Nu hab ich schon reichlich lange in Sachen blog geschludert. Anders gesagt: Verdamp lang her seit dem letzten posting. Gründe gab es viele. Geschrieben hab ich jede Menge, aber nicht im blog. Auch jetzt ist viel zu tun. Zum Beispiel müssen Anträge gestellt werden im Zusammenhang mit dem "1. Neu-Ulm PocketKlassiker-Festival". Deswegen sag ich gleich wieder Ciao, verabschiede mich diesmal allerdings nicht für lange Zeit. In Kürze kommt ein Eintrag (Beitrag) zum Thema "Lachen".

Jetzt steigt das Fieber - neue Spielzeit reizt

Regio-neu
Jeder weiß: Das Sommerloch gehört der Vergangenheit an. Auch und besonders in ULmgebung. Was in den drei Monaten Juni, Juli und August hierorts geboten war, geht auf keine Kuhhaut. Wir haben uns weggeduckt, haben ein wenig auswärts gastiert, Pläne geschmiedet und neue Ideen auf den Weg gebracht.

Das aufregendste Projekt ist das "1. Neu-Ulmer Pocket Klassiker Festival".

Jetzt aber steht der Start in die neue Spielzeit unmittelbar bevor. Am Freitag, 16. September starten wir mit "fast Faust" von Albert Frank. Und gleich am nächsten Tag (Samstag, 17. September) beteiligen wir uns am Marathon "Kulturnacht Ulm / Neu-Ulm".

All diese Aussichten machen fiebrig auf eine reizende Spielzeit (die auch sonst nocht manches zu bieten haben wird). Wer am Ball bleiben will, folgt uns auf dem Twitter-account "TheaterNews4U" oder und klickt "Gefällt mir" auf unserer Facebook-page.

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Macht Loriot seine Drohung wahr?

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Wie hatte Vicco von on Bülow alias Loriot vor knapp vier Jahren bei Beckmann der gerade verstorbenen Kollegin Hamann nachgerufen?

„Liebe Evelyn, Dein Timing war immer perfekt, nur heute hast Du die Reihenfolge nicht eingehalten."

Und dann hatte er gedroht: "Na warte!"

Immerhin fast vier Jahre musste sie warten - ob er ihr jetzt den Kopf wäscht, Perfektionist der er war. Vor allem in Sachen Timing!

Über das Komische hat er mal gesagt:

"Es gibt natürlich die Tendenz bei Kritikern des Komischen, ein Komiker müsse auch immer eine tragische Figur sein - der traurige Clown. Das ist deutsch. Ein Engländer würde darauf nie kommen. Für den ist das Komische so bedeutend und wichtig, daß er froh ist, wenn einer komisch sein kann. In Deutschland wird er erst wichtig, wenn man dem Komiker auch seine tragische Seite nachweisen kann.

Ich werde oft gefragt, ob man in Deutschland weniger Humor hat als anderswo in der Welt. Da ist mir neulich sehr übel mitgespielt worden. Bei einem Fernsehinterview habe ich gesagt: 'Natürlich haben die Deutschen genau soviel Humor wie jedes andere Volk auch ...' Den Rest haben sie abgeschnitten. Aber jetzt kam leider erst die Hauptsache des Satzes, nämlich: '... nur ordnen sie das Komische auf ihrer Wertskala ganz woanders ein. Der Komiker ist ganz weit unten. Die Tragödie ist ganz oben.' "

Wer Loriot im Theater spielte, wurde bespöttelt.

Das hat nachgelassen: Inzwischen nahmen sich große Bühnen in prominenter Besetzung der Loriot-Szenen an, so Gunnar Möller und Christiane Hammacher am Schiller-Theater in Berlin - als Gastspiel einer Produktion der Komödie im Bayrischen Hof (München). Ja, Loriots Dramatische Werke haben regelrecht die deutschsprachigen Theater-Bühnen erobert: Seine "Szenen" waren in der Spielzeit 06 / 07 laut der Werkstatistik des Deutschen Bühnenvereins in der Liste der Werke mit den höchsten Aufführungszahlen an siebter Stelle. 48 222 Menschen hatten die fünf-Minuten-Dramen in 17 Inszenierungen mit 442 Aufführungen gesehen. (Da waren die Zahlen des Theater Neu-Ulm noch nicht einmal dabei, weil wir wegen der Überbürdung im bürokratischen Bereich für diese Statistik nicht gemeldet hatten.) Das, und die Anteilnahme an seinem Tod in diesen Tagen lassen vermuten, dass das Komische in der Werteskala weiter nach oben gerutscht ist.

Die Kunstfigur Loriot war (ist) verdammt politisch.

In der ARD-Reihe Deutschland, deine Künstler (Autorin Claudia Müller) wird deutlich: Die Kunstfigur Loriot war verdammt politisch. In einem besonderen Sinne. Pressemitteilung ARD: "Die Autorin erklärt ..., was die außergewöhnliche Kunstfigur Loriot gesellschaftlich so bedeutend macht: Ihr Werk sei zeitlos, weil es vollkommen ist. Weil Loriots Humor so 'liebevoll' und 'fein-geistig' ist. Weil er uns unsere eigenen Unzulänglichkeiten vor Augen hält, wie etwa unsere Unfähigkeit, miteinander zu kommunizieren oder die radikalen Unterschiede zwischen Mann und Frau. Ferner hat Loriot mit wachem Blick das Verhalten von Politikern und anderen Machtmenschen geschickt entlarvt und kleinbürgerliche Ordnungsprinzipien ad absurdum geführt."

Noch ein wenig Theorie

Allen, die noch etwas Theorie brauchen, dürfen wir hier die Fundamentalsätze des Großmeisters des hintersinnigen Humors (denn es in Deutschland ja angeblich gar nicht gibt) reichen, ordentlich zitiert, mit Fußnote (Quellen-Angabe): 

„Dramatische Werke soll es seit etwa zweitausendfünfhundert Jahren geben. Das kann stimmen, es gab in Berlin schon Theateraufführungen, als ich noch Kind war. Man spielte damals Stücke von Shakespeare, Molière, Lessing, Goethe, Schiller, Kleist, Ibsen, Strindberg, Hauptmann und ähnliches. Heute sind die genannten Autoren unbekannt und ihre Werke in Vergessenheit geraten. Das Publikum ist anspruchsvoller geworden. Es erwartet die dramatische Verarbeitung von Problemen aus dem eigenen Lebensbereich.
Infolge mannigfaltiger Belastungen durch Beruf, Familie und Freizeit ist der moderne Mensch jedoch kaum noch imstande, sich auf ein mehrstündiges Bühnenwerk zu konzentrieren. Aus diesem Grunde überschreitet so gut wie keines meiner Dramen eine Länge von fünf Minuten. Damit sind sie dem biologischen Rhythmus von Menschen und weißen Mäusen angepasst.“

Ammerland, im Sommer 1981 / Aus Loriots Dramatische Werke, Diogenes Verlag 1981

Bart und Zöpfe ab: Pocket-Klassiker-Biennale

Biennale-logo

Die Theatermacher Claudia Riese und Heinz Koch vom "Außergewöhnliches Goethe und Schiller Theater (!) Neu-Ulm" arbeiten mit Hochdruck an einem außergewöhnlichen Projekt von überregionaler Ausstrahlung, welches es in dieser Form noch nirgendwo gibt: 15. (Eröffnungsfest) bis 25. März 2012 (Abschluss-Fest) geht über diverse Bühnen in Neu-Ulm:

"Klassisches ohne Zopf und Bart - 1. Neu-Ulmer Pocket-Klassiker Festival".

Eine absurde Idee? Einstein hat gesagt: "Wenn eine Idee am Anfang nicht absurd klingt, dann gibt es keine Hoffnung für sie." Unsere Hoffnung:

Große Werke werden von kleinen Ensembles einem breiten Publikum nahegebracht.

Das AuGuSTheater Neu-Ulm (Außergewöhnliches Goethe und Schiller Theater) hat schon gespielt: "Hamlet 4 U" (den ollen Shakespeare bearbeitet vom gebürtigen Ulmer Sebastian Seidel) mit zwei Schauspielern; auch Schillers "Die Räuber" (in einer Version für 4H und 1D, die es auch noch schlanker gibt für 2H und 1D) standen bereits auf dem Spielplan; und derzeit wird ein "schneller Faust", ein "fast Faust" (verfasst von Albert Frank) geboten.  Man bekommt praktisch die komplette Faust-Geschichte erzählt, aber nicht stundenlang, sondern in 90 Minuten, mit Pause dazwischen. Das Wichtigste wird ("die Stellen" werden) im Originaltext geboten – nur schneller, kürzer („fast“ eben), Motto: „Goethe ist für alle da, valleri und vallera“. Und - danach kann man tatsächlich überall mitreden.

Achtung, Tipp: Wer sein Reclamheft mitbringt, kriegt nach der Vorstellung den Stempel des AuGuSTheater eingetragen und die Autogramme der Regisseurin und der Schauspieler dazu. Man bekommt die "Kennerschaft mit Brief und Siegel" bescheinigt.

Was Presse und Publikum dazu sagen, kann man im online-Archiv des Theaters angucken.

Eine Übersicht über den augenblicklichen Stand der Dinge (3. Oktober 2011) in Sachen Festival:

Datum Ort Titel Akteur(e)
Do 15. 03. AuGuSTheater  Opening-Fest Hubert Burghardt; AuGuSTheater Neu-Ulm, Heinz Koch, Hellmut Hattler
Fr 16. 03.  wird gesucht  "Der Widerspenstigen Zähmung" Bernd Lafrenz...
Sa 17. 03.  AuGuSTheater  "Willis wilde Weiber" AuGuSTheater Neu-Ulm
So 18. 03.  AuGuSTheater  "fast Faust" AuGuSTheater Neu-Ulm
Mo 19. 03. XXXXXXX XXXXXXXXXXX XXXXXXXXXXXX
Di 20. 03. XXXXXXXX XXXXXXXXXXXXX XXXXXXXXXXXXXX...
Mi 21. 03.  wird gesucht  "Die Räuber oder so" Bernd Kohlhepp
Do 22. 03.  wird gesucht "Hamlet 4 You" s'ensemble-Theater...
Fr 23. 03. AuGuSTheater Orpheus in der Unterwelt
Michael Quast, Rhodri Britton (Klavier) ...
Sa 24. 03.  wird gesucht  "Fasst Faust" Karl-Heinz Helmschrot
So 25. 03. AuGuSTheater Abschluss des Pocket-Klassiker Festivals AuGuSTheater Neu-Ulm, Preisträger, Preissponsor, Musik N.N.

Künstler wie „Helge & das Udo“, Stefan „Kaminski on air“, Uli Böttcher oder auch Justus Neumann zeigten sich von der Idee sehr angetan und wären gern gekommen, wenn sie in dem geplanten Zeitraum nicht schon anderweitig gebunden gewesen wären.

Es wird nämlich ein Pocket-Klassiker-König gekürt, eben ein "Pocket-Klassiker Award" vergeben. Über die Vergabe entscheidet eine Jury, an deren Zusammensetzung wir arbeiten.

Die Preis-Skulptur wird vom einschlägig auffällig gewordenen Felix Burgel (Ulm) entworfen und realisiert. "Jüngster" Träger eines "Burgel" ist kein Geringerer als  John Malkovich - er erhielt beim diesjährigen Münchener Filmfest den von Burgel gestalteten "CineMerit Award", gesponsert von Audi. Der Preis heißt also korrekt "Audi CineMerit Award".

Wer sich nun Meriten verdienen und als Namensgeber für den "Pocket-Klassiker Award" auftreten will, muss das Künstler-Honorar  übernehmen.

Es sollen nicht alle Festival-Vorstellungen im AuGuSTheater laufen. Es werden im  Stadtbereich Neu-Ulm vier Locations gesucht, die einerseits Platz für (Minimum) 140 ZuschauerInnen bieten und: gastronomische Optionen.

„Riese & Ko“ arbeiten daran, für jeden Abend einen Sponsor zu finden, welcher die Gage des Künstlers beziehungsweise des Ensembles übernimmt.  Meldungen dazu werden erfreut entgegen genommen. Jeder dieser Sponsoren bekommt als Gegenleistung 40 Karten (à 25.- €) zur Verfügung gestellt für den Abend, den er sponsoriert, und ist einer der Ehrengäste beim Eröffnungs- und beim Abschluss-Fest.

Es wird einen Festivalpass (Dauerkarte) geben. Aber wann es Karten gibt, wo es die gibt und alle weiteren Informationen werden bekannt gegeben über Medien-Kooperationspartner, die sich spontan und total begeistert auf erste online-Veröffentlichungen  hin  gemeldet haben.

Heinz Koch: „Wir sind jetzt schon, ein halbes Jahr vorher, im Pocket-Klassiker-Festival-Fieber. Wir wollen und werden einem breiten (überregionalen)  Publikum richtig was bieten. Entsprechende Wünsche sind ins All gesendet.“

 

 

Enormer Rückenwind

(download)
Das Foyer des AuGuSTheater Neu-Ulm, bei den Vorstellungen der Theaterpreis-gekrönten Produktion "Helden auf dem Abstellgleis" bereits erfolgreich zum Spielort ("Café Abstellgleis") umgefixt, wird immer häufiger zur Location für besondere events Externer.

So heißt es in diesem Jahr vier mal "Grüner Salon" (beispielsweise am 12. Juni), bei dem Ekin Deligoez, stellvertretende Vorsitzende der "Grüne / Bündnis 90"-Fraktion im Bundestag, jedesmal als Moderatorin aktueller Gesprächsrunden mit anderen prominenten Experten zu brisanten Themen  fungiert; zum Christopher Street Day talkt die Community unter dem Titel  "neu ! Ulm outet sich"; und diese Woche präsentierte die bürgerschaftliche Initiative " Wir in Neu-Ulm" ihre druckfrische, aufwendige Informationsbroschüre "Neu-Ulm inside" der Öffentlichkeit.  Ein schönes Fest, Dank an und Ansporn für die Beteiligten zugleich, Abschluss einer Etappe und Startschuss für weitere in einem gleichzeitig vorgelegten Strategiepapier skizzierte Aktivitäten.

Die Broschüre informiert nicht nur über Potentiale der Neu-Ulmer Innenstadt, nein, sie bietet auch einen darüber hinaus gehenden Mehrwert: enthält sie doch jede Menge Boni und Rabatte, welche die im Heft vertretenen Firmen anbieten. Die Broschüre ist durch die Zusammenarbeit der Neu-Ulmer Innenstadt-Aktivisten zustande gekommen. Und auch das Fest, mit dem das erste Etappenziel gefeiert wurde, war eine Gemeinschaftsleistung mit Angeboten für Leib und Seele, erbracht vom in ganz ungewöhnlicher Weise beteiligten und engagierten Designbüro über Leute aus der Stadtverwaltung bis zu hin zu Gastronomen, Weinspezialisten, Bäckern, Metzgern, Konditoren und Helfern - sowie von uns Theatermenschen.

Der "Schirmherr" der ganzen Aktivitäten, Neu-Ulms OB Gerold Noerenberg, welcher viele der vorbereitenden Schritte persönlich begleitet hatte, zeigte sich ganz offensichtlich sehr angetan von so viel Neu-Ulm-Begeisterten und versprach hoch und heilig, auch das Weitere von Herzen zu unterstützen.

Zur Überraschung der Gäste hatten die Haus-"Herren"  den Abend eröffnet: Das Komödianten-Duo "Riese & Ko" (Claudia Riese und Heinz Koch), die nicht nur Gastgeber an diesem Abend waren, sondern sich mit viel Elan auch in dieser Initiative für die Stadt und die Bürgerschaft engagieren, startete mit einem knapp halbstündigen Comedy-Programm ins Fest.

Den vielen positiven Kommentaren nachher war zu entnehmen: Dem Publikum hat das Gebotene ausnehmend gut gefallen. Es gab sogar direkt nachher ein Anschluss-Engagement. Und so mancher fragte sich laut: "Wieso bin ich nicht früher schon öfter hier gewesen?" Insbesondere gibt es, juhu, durch den überzeugenden Auftritt enormen Rückenwind für das Projekt "Pocket-Klassiker-Biennale", welches ja Neu-Ulm wiederum etwas Besonderes bringt.

Zentrale Szene war übrigens die im Ruhrpottslang (Jürgen von Manger) hingefetzte und auf Schwäbisch (Luise Häberle) kongenial parierte Story, wie Heinz nach Neu-Ulm kam und von einer Passantin (wieder fulminant: Claudia) wissen wollte, wie er in die Ulmer City gelangt.

Neben der Broschüre ist auch längst ein Strategiepapier zur Zukunft von Neu-Ulm Innenstadt erarbeitet worden. Es wird demnächst auch offiziell der Stadt übergeben. In diesem Strategiepapier sind bereits weitere Aktivitäten skizziert, einiges ist schon in der Mache - so war der Abend, mit dem sich die Akteure vordergründig selbst feierten, Belohnung und Ansporn zugleich.

Neu-Ulm mausert sich ...

Absurdes Theater vom Feinsten

Helden-urkunde

Die „Helden auf dem Abstellgleis“ haben sich mit Ruhm bekleckert: bei den 29. Bayerischen Theatertagen (Bamberg, 24. Mai bis 11.Juni 2011). Dort war der finale Auftritt für die "Helden". Erfolgreich! Das AuGuSTheater Neu-Ulm spielte seine selbstverfasste Farce in Bamberg zum letzten Male und legte sie dann ad acta. Und wurde dann richtig überrascht, weil seine "Helden auf dem Abstellgleis" sowas wie einen Orden bekamen:

Die Jury vergab einen Sonderpreis an die Neu-Ulmer Profibühne. So die Information des veranstaltenden E.T.A.-Hoffmann-Theater (Bamberg). Katja Hofmann, die für die Organisation verantwortliche Dramaturgin, schreibt den Neu-Ulmern (die bei der Schlussfeier nicht anwesend sein konnten, weil sie zur selben Zeit selbst wieder auf der Bühne standen) unter anderem: "Natürlich gibt es auch eine wunderschöne Urkunde, von allen sieben Fachjuroren unterschrieben und sogar in einer Mappe in 'unserem' E.T.A.-Hoffmann-Theater-rot". An den Theatertagen hatten  27 Theater mit 44 Stücken teilgenommen. Alle Preise in Kurzfassung dokumentiert unter anderem

„Fast alle Stücke, die bei den 29. Theatertagen zu sehen waren, folgten brav dem Guckkastenprinzip und trennten das Publikum vom Geschehen auf der Bühne. Eine der wenigen Produktionen, die nicht nur vom Spielort her beweglicher waren, lieferte das AuGuSTheater Neu-Ulm …“

So leitet Monika Beer ihre Rezension im „Fränkischer Tag“ ein. Die Redakteurin war zugleich eins der sieben Jurymitglieder, welche diese "Beweglichkeit" der Neu-Ulmer freien Profi-Bühne auch mit dem Sonderpreis würdigten. Beer zum Stück:

„Es ist ein ganz beiläufig wirkender Parforceritt durch das Leben an sich um im Besonderen, ein Diskurs von drei in die Jahre gekommenen Männern, der haarscharf, aber elegant an platter Küchen-Philosophie und –Psychologie vorbeischrammt.“

Melanie Macht hat für „Feki.de - Die Bamberger CommUNIty“ die Vorstellung gesehen und schreibt unter anderem:

"Die Produktion des AuGus-Theaters Neu-Ulm unter der Regie von Claudia Riese ist absurdes Theater vom Feinsten. Die Charaktere Mario, René, Sigmund und Schwester Doris werden hervorragend dargestellt von Heinz Koch, Richard Aigner, Gerard Hulka und Lena Böhm. So ungewöhnlich wie das Stück selbst ist auch der Spielort. Gespielt wird im  Showroom Müller 7, einem Einrichtungshaus in der Markusstraße 12 a in Bamberg. Das Publikum darf bis zum Schluss auf Designerstühlen sitzend,  75 Minuten lang amüsante, rührende und nachdenkliche Momente erwarten."