Da gab's nix zu bedauern

Großkritiker Bernd C. Sucher hatte am Morgen des 19. Mai Mitleid mit uns. Er hätte aber die Festivalleitung fragen können und erfahren: Wir waren schon vorher praktisch ausverkauft mit unserem "Fast Faust" bei den Bayerischen Theatertagen. Fünf Plätze blieben unbesetzt. Es stand zwar 235 : 20 Millionen. Im Gegensatz zu den Millionen Enttäuschten waren unsere 235 aber sehr begeistert, einschließlich "Die Theatermacher"-Rezensent.

Sucher
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Faust

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Wilde Weiber oder Schelm

(download)
Geplant sind in 2012 zwei open-air-Termine: 18. und 25. Juli im Freigelände der Ausflugsgaststätte beim Angler-Paradies Riedelsee. Malk sehen, ob wir da auch einiges Publikum angeln. Das Programm ist noch nicht ganz sicher. Es hängt davon ab, ob beide Kolleginnen frei sind, die bei "Willis wilde Weiber" zusammen mit Claudia Riese wirbeln. Wenn eine von ihnen nicht kann, "Bin ich wieder ein Schelm heute".

Gestern Augsburg

Faust-faust
Auch beim zweiten Auftritt bei den 30. Bayerischen Theatertagen in Augsburg (nach "Willis wilde Weiber" nun) mit "Fast Faust" haben wir das Publikum hörbar begeistert. Unglaubliche 250 ZuschauerInnen bei gleichzeitiger "Konkurrenz" in Form des CL-Finales!

Ich weiß nicht, was Thomas Bernhard ("Morgen Augsburg") gegen Augsburg hat(te) ... War das ein Schluss-Applaus! Meine Güte! Und was die Leut gelacht haben . Und wie sie bei den interaktivenPassagen mitgegangen sind. Überrascht waren sie eigentlich nur zu Beginn bei der Handschlag-Begrüßung durch den Intendanten des Dramen-Terzetts, aber schon da brach sichtlich das Eis (bei fast allen, zwei oder drei waren indigniert oder verlegen).

Warum war das in Neu-Ulm eigentlich nicht permanent total ausverkauft?

Allein für diesen Abend haben sich die Mühen des Lernens und Einstudierens gelohnt. Trotzdem bleibt die Tatsache: Vorbei, vorbei - dem Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze ...

Willis wilde Weiber - very wandervoll

Willi-regie
"Willis wilde Weiber" ist zu meiner favorite-Inszenierung (gleich hinter meiner absoluten Nummer eins, "Marlene") geworden. Den vielen guten und sehr guten Vorstellungen seit der Premiere (Weihnachten 2011) wurde gestern (13. Mai 2012) die Krone aufgesetzt: Die Show im Augsburger TIM bei den "30. Bayerische Theatertage" (BTT) war unglaublich ...

Man müsste ein Publikum mitnehmen können! Es war unerwartet voll, sogar erwartungsvoll. Das Publikum ging von der ersten Sekunde an mit. Das Trio Claudia Riese, Clarissa Hopfensitz und Kathi Wolf hat sich als "Willis wilde Weiber" selbst übertroffen und in einer ungeheuren Spiellust die Menschen auf den beiden (sehr schwer anzuspielenden) Zuschauertribünen mitgenommen auf einen Höhenflug, der in einem Beifalls-Orkan mündete, mit Bravos en masse und gellenden Pfiffen der Anerkennung.  Tatsächlich wurde eine Zugabe gefordert - und die hat's nochmals gesteigert! Unglaublicherweise.

Ganz großen Dank an das für uns zuständige BTT-Team mit Schauspielerkollegin Olga an der Spitze, die uns mit Miriam zusammen bestens betreut hat. Und die stagehands sowie die Licht- und TontechnikerInnen des Theater Augsburg waren auch höchst effektiv in ihrer professionellen Unterstützung beim Bühnevorbereiten, beim Einleuchten und im Begleiten der Show.

Wenn's am Samstag bei "Fast Faust" auch so rappelt, sind wir endlich versöhnt mit den Bayerischen Theatertagen (bei denen wir uns ein paar Jahre lang nicht wirklich angekommen / angenommen gefühlt hatten). Unser schräger "Faust" ist ja trotz des Finales in der CL schon bestens vorverkauft. Und wir hoffen: Der bietet dem Publikum am Samstag auch soviel Spaß und Anregendes wie die Schäxpier-"Weiber".

Zwar werden wir nicht, wie im letzten Jahr mit unserer  Eigenproduktion "Helden auf dem Abstellgleis", auf einen Preis hoffen dürfen ... Aber das Gastspiel  gestern hat soviel Freude gemacht, das ist kaum zu beschreiben. Insgesamt deshalb ganz großes Kompliment und Dank an die Augsburger, vornehmlich und namentlich an Festival-Organisator Oliver Brunner.

  • Jetzt müssen einfach sehen, dass wir dieses wundervolle Trio wandern lassen. An den Riedelsee, nach Kiel und wohin es sonst noch gehen kann.

Beim Nachspiel geschwankt

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Das waren zwei sehr gelungene Shows am Wochenende. Vor allem die als "endgültig, ultimativ, definitiv, unverrückbar ALLERLETZTE" propagierte Vorstellung von "Liebe & andre Katastrofen" wurde von einem höchst animierten Publikum (hallo Ottobeuren-Trio) sehr, sehr belacht und ausgiebig beklatscht (bis Onur gewaltsam das Bühnenlicht aus- und das Publikumslicht angemacht hatte). Am Abend vor dem WELT-LACHTAG!

Kerstin schrieb ins Gästebuch: "Wenn jetzt alle Frauen ihre Männer nicht mit nach Hause nehmen, wird's hier ziemlich voll. Wau! War super nett und lustig."

Im Nachspiel wurden wir schon wieder schwankend: "Ist das doch noch nicht abgespielt?" Ganz sicher wurden wir in unserer Meinung bestärkt: "Theater auf Krankenschein" muss sein! Da muss man nicht warten, bis der Arzt kommt. Lachen im (in unserem) Theater ist die beste Medizin.

Bloody Samstag

Neuer
Viele Jahre lang gastierten wir bei den Bayerischen Theatertagen an weniger publikumsträchtigen Tagen (Dienstag, Mittwoch, Donnerstag), weil es da ja keine Gage gibt (wir mussten sogar drauf zahlen, die Gage für unsere Schauspieler wurde nicht erstattet)  und weil wir auf die bei einer Vorstellung im eigenen Haus zu erzielenden Einnahmen nicht verzichten konnten. Außerdem müssen wir wegen der Auflagen des Freistaates Bayern mindestens 100 eigene Vorstellungen im eigenen Haus spielen. Da wäre es ungeschickt, beim Festival mit Verlust "just for fun / honour" zu gastieren und dafür dienstags "zu Hause" aufzutreten.

Dieses Mal, bei den 30. Bayerischen Theatertagen in Augsburg, spielen wir doch mal an einem publikumsträchtigen Samstag.  Normalerweise publikumsträchtig. Wir spilen nämlich nicht an "einem" Samstag. NEIN! Es ist seit dem gestrigen magischen Mittwochabend in Madrid (25. April 2012, wird als Toptermin in die Fußball-Annalen eingehen)  DER Samstag! Samstag, 19. Mai. Da bräuchten wir weder bei den Theatertagen zu gastieren, noch lohnte es sich im eigenen Theater zu spielen. An dem Samstag ist das Endspiel der CL - peng! Und wir spielen "fast Faust"....

Nun gut - die alte Theaterregel besagt: Wenn drei Mal mehr Leute im Parkett sitzen als auf der Bühne stehen, wird gespielt. DIE sechs Menschen werden sich doch wohl im TIM einfinden ... Und unser "Faust" ist sooo schnell vorbei (fast) - die zweite Halbzeit kriegen wir noch mit. Irgendwo. In Augsburg ...

Abschied von der alten Liebe

Jetzt kommt der Liebesmonat Mai, an dessen Ende für das AuGuSTheater Neu-Ulm der endgültige Abschied von der alten Liebe "Konzertsaal" steht. 

In den Wochen bis dahin stehen drei Stücke auf dem Programmzettel, die aus höchst unterschiedlicher Perspektive das nach wie vor bewegendste Thema unserer Gesellschaft beleuchten: Wie läuft es zwischen Mann und Frau?

Am Freitag, 27. April führt das Freundestrio Malte (gespielt von Richard Aigner), Sebastian (Manuel Renken) und Jakob (Torsten Ibach) "Männergespräche" und gewährt dabei so etwas wie einen Blick durchs Schlüsselloch auf die immer mehr durcheinander geraten(d)en Gefühlswelten des sogenannten starken Geschlechtes.

Am Samstag, 28. April und am Samstag, 5. Mai versucht das Komödianten-Duo "Riese & Ko" in seinem bezeichnenderweise "Liebe & andre Katastrofen" betitelten Programm eine Antwort zu geben auf die Frage "Ja - passen denn Männer und Frauen überhaupt zusammen?"

Geht es in "Männergespräche" um die "Emanzipation des Mannes in einer von Frauen beherrschten Welt", so versuchen in "Willis wilde Weiber" (Freitag, 4. Mai) drei Frauen sich zu befreien von der Knute der Rollenbilder des Großdichters Shakespeare und von den machomäßigen Spielauflagen des Regisseurs Uwe Beuschel. Was ihnen wundersam gelingt ...

Karten jeweils über den Bestellknopf des gewünschten Tages im Spielplan.

Fotos zu den drei Produktionen sind hier  zum Downloaden hinterlegt.

Weitere Vorstellungen:

11.05.2012 20:00 Uhr Willis wilde Weiber
12.05.2012 20:00 Uhr Willis wilde Weiber
16.05.2012 20:00 Uhr Männergespräche
18.05.2012 20:00 Uhr Männergespräche
25.05.2012 20:00 Uhr Männergespräche
26.05.2012 20:00 Uhr Männergespräche

Das AuGuSTheater Neu-Ulm ist dann im Mai eingeladen nach Augsburg zu den 30. Bayerischen Theatertagen und wird da etwas aus der Reihe tanzen mit seinen zwei PocketKlassikern "Willis wilde Weiber" und "fast Faust".

Und noch eine Information:  Die letzten Aufführungen dieser Spielzeit werden im Juni in den Räumlichkeiten des Orange Hotel (Dieselstraße 4) über die Bühne gehen, weil da der Umzug des Theaters in die neue Spielstätte schon in vollem Gange sein wird. Im "Großen Haus" an der Silcherstraße ist schon weitgehend alles abgebaut. Die Handwerker haben ihre Arbeit in der Hermann-Köhl-Straße bereits begonnen. Und parallel laufen diverse Gespräche und Verhandlungen, um den für die Bühne schier unglaublichen Kraftakt tatsächlich materiell abzusichern.

Übergang von alt zu neu

Silcher-ade
Die Tage im alten Theater an der Neu-Ulmer Silcherstraße sind gezählt. Wir bauen im “Großen Haus” schon kräftig ab. Alle Vorstellungen bis Ende Mai werden noch im studio gespielt. Überlappend wird der Fundus schon umgezogen in die neuen Theaterräume am Neu-Ulmer Theaterplatz (Hermann-Köhl-Straße 1 – 3). Da dort die Lagermöglichkeiten absolut beschränkt sind, wir vieles verkauft oder weggeschmissen.

Wegeskizze
Derzeit läuft der Antrag auff Nutzungsänderung und das Baugesuch. Wenn alles so läuft, wie wir hoffen, beginnt der Ausbau der Theaterräume in der übernächsten Woche (ab 23. April). Es diese Woche gab ein wegweisendes Gespräch der konzipierenden Theaterleitterin Claudia Riese mit den Hauptbeteiligten: BauService Ulm (Bauleitung, Koordination), Elektro Sigel (allgemeine Elektrik), Schreinerei Bucher (Innenausbau) und Audio Express (Licht und Ton).

Neu-haus-00
Hier ein (zunächst sicher ernüchternder) Blick in die neuen Räumlichkeiten. Aber: Das wird! Garantiert! Müsste mit dem Teufel zugehen, wenn nicht ...

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The Winner is: Neu-Ulm - sofern es will ...

Shootingstar Ariane Müller performed beim Finale des Festivals.

Das “1. Neu-Ulm PocketKlassiker-Festival” ist nun “rum”. Wer hat gewonnen? Das Publikum und wir MacherInnen haben gewonnen, weil wir riesig gute Kolleginnen und Kollegen erleben durften. Die Stadt Neu-Ulm hat gewonnen, wenn, ja wenn sie begreift, welch tolle Steilvorlage das AuGuSTheater Neu-Ulm mit der Rückendeckung von “Wir in Neu-Ulm” geliefert hat. Der Gewinn ist aber und nämlich erst wirklich einer, wenn es eine weitere Auflage gibt – oder gar eine Biennale. Das könnte eine richtig starke Neu-Ulmer Spezialität auf dem Sektor Kunst und Kultur werden.  Zu tragbaren finanziellen Konditionen!

Verloren haben alle, welche nicht begriffen haben, welche Erlebnisse in den zehn Tagen frei Haus serviert wurden.  Intelligente Unterhaltung!

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Ja – und dann ist da noch ein Winner: Bernd Kohlhepp.                                                  

Die Jury hatte sich auf Vorschlag des Veranstalters entschlossen, die beiden Produktionen des AuGuSTheaters nicht in die Konkurrenz zu nehmen, obwohl besonders “Willis wilde Weiber”, aber auch “fast Faust” als preiswürdig im Sinne der Kriterien angesehen wurden. Es sollte jeder Verdacht der Kungelei vermieden werden. Von den verbliebenen  Produktionen, die jede ihre ganz besondere Eigenart haben und für sich gesehen auch mit einem Preis hätten belobigt werden können, ragte dann aber doch heraus: “Schiller. Die Räuber oder so…” von und mit Bernd Kohlhepp.

Bestechend:
Das Schillersche Werk wird – hervorragend dramaturgisch bearbeitet – inhaltlich klar vorgestellt.
Immer wieder werden längere Passagen des Klassikers in der dem Dichter und seiner Sprache absolut gerecht werdenden Art und Weise mit großem darstellerischen Können geboten.

Improvisationskunst und kabarettistische Versiertheit bringen in richtiger Dosierung Erlebnis-Mehrwert erster Güte.

Jede Figur ist ständig erkennbar eindeutig charakterisiert.

Besonders imponiert der perfekte Wechsel zwischen seriöser Rolle und knitzem Impro-Spiel.

Bühnenbild und Requisite sind aufs Mindestmaß reduziert, wobei Kohlhepps zeichnerische Fähigkeiten ganze Maler- und   sonstige Theater-Werkstätten ersetzen.

Das Jury-Urteil einhellig: Bernd Kohlhepp und sein “Schiller. Die Räuber oder so …” – das ist ganz große Kleinkunst, ist schlicht genial.
Bernd Kohlhepp  wird der “Steinle PocketKlassiker Award 2012″ zuerkannt.

Die Jury: Angélique Duvier (Schauspielerin und Regisseurin), Renate Koch (absolut erfahrene Theaterbesucherin), Stephan Salzmann (Vorsitzender der mitausrichtenden bürgerschaftlichen Initiative “Wir in Neu-Ulm”), Timo Schmidt (Schauspiel- und Regie-Student).

Der vom Ulmer Künstler Felix Burgel gestaltete  “Steinle PocketKlassiker Award” wurde gestiftet von Günter Steinle (Wohnbau Steinle, Neu-Ulm). Der Stifter hat die Absicht, diesen Award zu begleiten, das heißt: bei Neuauflagen des Festivals  den “Steinle PocketKlassiker Award” jeweils immer wieder als Preis-Sponsor aufzutreten.  Und Steinle hat die Absicht, den Preis auch zusätzlich zu dotieren. Der erste Träger des “Steinle PocketKlassiker Awards”, Bernd Kohlhepp, wird den Preis persönlich abholen – geplant ist die Übergabe im Zuge eines Auftritts des Künstlers im Rahmen der Festivitäten, mit denen die neue Spielstätte des AuGuSTheater Neu-Ulm im September eröffnet werden soll.

Hier eine Slideshow, mit der man das ganze Festival Revue passieren lassen kann.